IMS-Lager beim Porsche 996, Boxster und Cayman: Varianten, Warnzeichen, Nachrüstung

Article published at: Sep 23, 2026
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IMS-Lager mit Deckel und Werkzeugsatz für Porsche 996 und Boxster

Beim Porsche 996, beim Boxster 986 und 987, beim Cayman 987 und beim 997 der ersten Serie fällt früher oder später ein Begriff: IMS-Lager. Gemeint ist das Lager der Zwischenwelle im Motor. Fällt es aus, verliert der Motor die Steuerzeiten, und aus einem Lagerschaden wird schnell ein kapitaler Motorschaden. Dieser Beitrag erklärt, welche Motoren betroffen sind, woran man ein verschlissenes Lager erkennt und welche Nachrüstlösungen es gibt.

Was das IMS-Lager ist und wo es sitzt

IMS steht für Intermediate Shaft, also Zwischenwelle. Sie wird von der Kurbelwelle angetrieben und treibt über Ketten die Nockenwellen beider Zylinderbänke an. Am hinteren Ende, auf der Getriebeseite, läuft die Zwischenwelle in einem Kugellager. Dieses Lager ist ab Werk abgedichtet und mit Fett gefüllt. Eine eigene Ölversorgung hat es nicht, die Schmierung hängt am Fett. Lässt sie nach, verschleißt das Lager. Hat es Spiel, gerät die Zwischenwelle ins Taumeln, die Steuerketten laufen unruhig, und im schlimmsten Fall treffen Ventile und Kolben aufeinander.

Welche Motoren betroffen sind

Betroffen sind die wassergekühlten Sechszylinder der Baureihen M96 und M97. Welche Lagerart verbaut ist, hängt vom Modelljahr ab:

Modelljahr Fahrzeuge Verbautes Lager Tausch möglich
1997 bis 1999, teils bis 2001 Boxster 986, 996 Carrera zweireihiges Kugellager ja, bei ausgebautem Getriebe
2000 bzw. 2001 bis 2005 Boxster 986, 996 Carrera sowie die ersten 987 und 997 einreihiges Kugellager ja, bei ausgebautem Getriebe
2006 bis 2008, teils späte 2005 Boxster und Cayman 987, 997 Carrera der ersten Serie größeres einreihiges Kugellager nur bei zerlegtem Motor

Nicht betroffen sind die Turbo-, GT2- und GT3-Modelle des 996 und 997. Ihr Motor geht auf den luftgekühlten Elfer zurück, die Zwischenwelle läuft dort in Gleitlagern, den Lagerschalen der Zwischenwelle (Porsche Original). Ebenfalls nicht betroffen sind alle Boxster, Cayman und 911 ab Modelljahr 2009: Mit der damals neuen Motorengeneration hat Porsche die Zwischenwelle ganz weggelassen.

Warnzeichen und Kontrolle

Ein IMS-Lager kündigt seinen Ausfall nicht immer an. Die wichtigste Kontrolle ist deshalb der Ölfilter: Beim Ölwechsel wird der Filtereinsatz aufgeschnitten und auf metallische Späne geprüft. Späne im Filter sind ein ernstes Warnsignal und kein Grund, bis zum nächsten Service zu warten. Weitere Hinweise sind ein neues Rasseln oder Klackern aus dem hinteren Motorbereich und Fehlermeldungen zur Nockenwellenstellung, wenn die Steuerzeiten nicht mehr stimmen. Wer ein Fahrzeug dieser Baujahre kauft, sollte nach Belegen fragen, ob das Lager schon getauscht wurde.

Nachrüstlösungen

Für die Motoren mit zweireihigem oder einreihigem Lager gibt es Nachrüstsätze, die das Serienlager durch ein neues Lager ersetzen. Sätze mit Direktölversorgung (DOF, Direct Oil Feed) gehen einen Schritt weiter: Eine Leitung führt gefiltertes Motoröl unter Druck direkt an das Lager, statt es vom Fett und vom Ölnebel im Motor abhängig zu lassen. Welcher Satz passt, richtet sich nach dem verbauten Lager:

Welches Lager ein bestimmter Motor hat, lässt sich am sichersten nach dem Ausbau von Getriebe und Schwungrad am Deckel der Zwischenwelle erkennen. Die Modelljahre in der Tabelle sind ein guter Anhaltspunkt, an den Übergängen gibt es aber Überschneidungen. Für den Einbau werden Spezialwerkzeuge benötigt, die es als eigene Werkzeugsätze gibt. Alle Nachrüstsätze, Lager und Werkzeuge stehen in der Kollektion IMS-Lager und Zwischenwelle.

Der richtige Zeitpunkt

An das Lager kommt man erst, wenn Getriebe, Kupplung und Schwungrad ausgebaut sind. Deshalb wird der IMS-Tausch fast immer mit einer fälligen Kupplung kombiniert. Der zusätzliche Aufwand für das Lager ist dann gering, weil der teuerste Teil der Arbeit, der Getriebeausbau, ohnehin anfällt. Beim großen Lager der Modelljahre 2006 bis 2008 ist ein Tausch ohne Zerlegen des Motors nicht möglich. Dort bleibt es bei regelmäßigen Ölwechseln, der Kontrolle des Ölfilters und einer Nachrüstung, die das vorhandene Lager besser versorgt.

Das IMS-Lager ist kein Grund, einen 996, Boxster oder Cayman dieser Baujahre zu meiden, aber ein Grund, es nicht dem Zufall zu überlassen. Ölfilter bei jedem Wechsel prüfen, bei der nächsten Kupplung das Lager mit tauschen und dabei eine Lösung mit Ölversorgung wählen: So wird aus dem bekanntesten Schwachpunkt dieser Motoren ein erledigtes Thema. Bei Fragen zur Zuordnung hilft uns die Fahrgestellnummer weiter.

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